Ein Boot voller Musik und Liebesleid
Kirchheimer Jugendliche proben für die Aufführung des Musicals „Showboat“
Kirchheim. Konzentrierte Probenstimmung herrscht im Musiksaal des Ludwig-Uhland-Gymnasiums. Es wird an Choreografien gefeilt, Szenenabläufe durchgegangen, das
Florian Stegmaier
Bühnengeschehen mit der Licht- und Tontechnik abgestimmt. Parallel dazu entstehen in den Kunsträumen der Schule Bühnenbilder und Kulisse. Alles läuft auf Hochtouren, der Tag der Wahrheit rückt näher: Am 11. November findet in der Kirchheimer Stadthalle die erste von drei Aufführungen des Broadway-Musicals „Showboat“ statt.
Nicht weniger als 150 Mitwirkende ruft diese kreative Zusammenarbeit von Ludwig-Uhland-Gymnasium, Musikschule und Stadtkapelle auf den Plan. Die Tatsache, dass die zeit- und arbeitsintensiven Proben auf Wochenenden und in die Ferien fallen, tut dem offenkundigen Elan der jungen Akteure keinen Abbruch. Vielmehr scheinen die Jugendlichen in den hohen und vielschichtigen künstlerischen Anforderungen auf professionelle Weise aufzugehen, und nicht nur die beteiligten Musikpädagogen sind immer wieder erstaunt, welche erstaunlichen Persönlichkeitsentwicklungen im Zuge des Probengeschehens sichtbar werden.
Mittel- und Oberstufenchor des LUG und der Jugendchor der Musikschule widmen sich unter der Regie von Silvie Kuhn und Adina Kolb dem ambitionierten Musicalprojekt bereits seit Anfang des Jahres. Die ersten Proben gemeinsam mit der Stadtkapelle stehen in den Herbstferien an. In mindestens einem der beiden Chöre singen auch die Solisten, die durch ein Casting-Verfahren ausgewählt wurden.
„Showboat“ war das erste Musical moderner Machart und gilt seit seiner Premiere im Jahr 1927 als Meilenstein der Broadway-Geschichte. Von den damals üblichen Musikkomödien hob es sich durch eine neue Art der Inszenierung ab. Man wollte das Publikum mit einer durchgängigen Handlung begeistern, mit einer ernsthaften Geschichte, die von singenden Schauspielern erzählt wurde.
Ort der Handlung ist ein Unterhaltungsdampfer – ein sogenanntes „Showboat“, wie sie in den amerikanischen Südstaaten Ende des 19. Jahrhunderts zuhauf unterwegs waren. Aus diesem Milieuhintergrund schöpft das Stück seine Handlung, in der Liebesleid, Rassendiskriminierung, Trunk- und Spielsucht, aber auch die oberflächliche Scheinwelt des Showgeschäftes thematisiert werden.
Dass dem Publikum dennoch ein ordentliches Happy-End kredenzt wurde, machte den durchschlagenden Erfolg komplett. Das Lied „Ol‘ Man River“ mauserte sich rasch zum Evergreen, mehrere Verfilmungen in Starbesetzung verhalfen dem Zweiakter zu dauerhaftem Ruhm. Und auch die Kirchheimer Inszenierung verspricht – gemessen an den hervorragenden Probeneindrücken – in nachhaltiger Erinnerung zu bleiben.
Am 11., 12. und 13. November besteht jeweils um 19 Uhr in der Kirchheimer Stadthalle Gelegenheit, eine Aufführung von „Show- boat“ unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Harry D. Bath zu besuchen.
Quelle: teckbote.de |